Feuerwehrverein


 

Raimund Fries

Vorsitzender

Daniel Elsner

Stv. Vorsitzender

   


 

Vereinsgeschichte

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts legten verheerende Großbrände ganze Städte und Ortschaften in Schutt und Asche, z. B. Oberstdorf und Murnau. Die Bauweise der Häuser sowie ungenügende Organisation der Löschmannschaften waren Gründe für diese Katastrophen. Danach bildeten sich "Hilfscomités", die eine breite Öffentlichkeit um Spenden für die Betroffenen baten. So gelangte die Kunde in alle bayerischen Orte. Verständlich, dass die Magistrate aller Städte und Märkte um die Sicherheit ihrer Kommunen besorgt waren.

Ein Zweites kam hinzu: Die liberale bayerische Gesetzgebung gestattete die Ausweisung der bisherigen Stadtgrenzen durch Neubauten in bisher landwirtschaftlich genutzten Gebieten. Die Löschmannschaften konnten mit dieser Vergrößerung ihres Aufgabenbereichs nur selten Schritt halten.

Dazu kam eine starke soziale Unruhe. Der Verarmungsprozess der Handwerkerschichten, deren Produkte durch Industriewaren ersetzt wurden, der Mangel an Weideland führte zu sozialen Unruhen, die in Kelheim 1852 zu einem Aufruhr der Kleinbauern führten, den die vorhandene Sicherheitstruppe, die Landwehr, nur mit Müh und Not eindämmen konnte. Überall kam es zu Brandstiftungen. Drohungen, ganze Städte anzuzünden, gab es genug.

Im folgenden Jahr 1865 regnete es im Früh- und Hochsommer nur selten. Die anhaltende Dürreperiode hatte mehr Brandfälle als sonst üblich zur Folge. Im gleichen Jahr brannte das Städtchen Schauenstein im Bezirksamt Naila fast ganz ab: 85 Haupt- und 93 Nebengebäude gingen in Flammen auf. Am 6. Mai 1865 legte ein Brand praktisch ganz Oberstdorf in Schutt und Asche. Kurz darauf erlitt die Stadt Moosburg ein ähnliches, wenngleich nicht so tief greifendes Schicksal. Diese sich häufenden Brandkatastrophen gaben zu denken. Sie zwangen dazu, die Sicherheitsvorkehrungen in den eigenen Heimatorten neu zu überdenken.


Beim Liedertafelball am 2. Juli 1865 besprachen mehrere Bürger die Gründung einer freiwilligen Feuerwehr; besonders waren dafür begeistert die Herren Bürgermeister Haberl, Kaufmann Widmann, Bankagent Braun und Brauereibesitzer Obermayer. Vermutlich war es nicht gelungen, den für Beschlüsse allein zuständigen sechsköpfigen Magistrat von dem Wert einer Feuerwehr zu überzeugen. So ergriff das achtzehnköpfige Gremium der Gemeindebevollmächtigten am 16. August 1865 die Initiative, ein Beschluss stand aber noch immer aus.

Ein gewisser Druck wurde durch die damals sehr belasteten Feuerversicherungsanstalten ausgeübt. Aufgrund eines verheerenden Brandes in Bad Abbach, zu welchem auch Kelheimer Löschmannschaften eilten, wurden bestehende Mängel aufgedeckt und man sah, dass eine Neuordnung der bisherigen Hilfspraxis dringend erforderlich war. Bisher in Kelheim noch bestehende Widerstände gegen die Schaffung einer Feuerwehr neuen Typs waren nun, auch von Seiten der übergeordneten Behörden, ausgeräumt.

Haberl, Widmann und Braun veröffentlichten im „Amts- und Wochenblatt für das kgl. Bezirksamt Kelheim“ einen Aufruf zur Bildung eines Feuerwehr-Corps. Eine Besprechung darüber wurde auf den 23. September 1865 im Refektorium bei Obermayer angesetzt. Es handelt sich um die Klostergaststätte am Fuße des Michelsberges.


Das vorbereitende Komitee bestand aus Bürgermeister Haberl, Stadtschreiber Schnurer, Kaufmann Nieder, Schiffmeister Rieder, Gastwirt Halbritter, Färbermeister Schmaus, Posamentierer (Hersteller von Borten und Besätzen) Mayer, Spengler Hällmeyer und Gastwirtsohn Obermayer. Die neun Personen (zwei Kaufleute, ein Beamter, drei Gastwirte – Riederer betrieb auch eine Gastwirtschaft – und drei Handwerker) zeigten einen genauen Querschnitt der damaligen städtischen Oberschicht. Bürgermeister Haberl betrieb im heutigen Anwesen Donaustraße 1 einen Kaufmannsladen.

Die am 23. September 1865 tagende, gut besuchte Gründerversammlung setzte drei Komitees ein:
1. Statutenentwurf
2. Finanzielle Fragen
3. Organisation der Feuerwehr

Am 11. Oktober 1865 richtete das oben genannte Gründergremium an den Stadtmagistrat die Bitte, das Feuerwehr-Corps errichten zu dürfen. Inzwischen waren 211 Gulden an freiwilligen Beiträgen eingegangen, hatten sich genügend Bewerber für die Wehr gefunden.

Das Gremium der Gemeindebevollmächtigten befürwortete die obige Bitte bereits am 19. Oktober 1865. Im Stadtmagistrat sorgte Bürgermeister Haberl für die allgemeine Zustimmung.

Schon am 28. Oktober 1865 schritt man in der Klostergaststätte zur ersten ordentlichen Generalversammlung. An diesem Tag wurde die neue Satzung beschlossen und in Kraft gesetzt. Etwa 60 Aktive der neuen Feuerwehr traten an diesem Tag in das Corps ein. Am 10. November 1865 trafen sie sich bei „Herrn Halbritter“ in der heute nicht mehr existierenden Gastwirtschaft „Zum grünen Kranz“ (Altmühlstr. 7).

 

Wahlergebnis 1. Generalversammlung

Corpshauptmann

Jakob Rieder - Gastwirtssohn

Adjudant des Hauptmanns

Johann Funk - Bräumeister

Requisitenmeister

Johann Halbritter - Gastwirt

Schriftführer & Kassier

Johann Sedlmayr - Kaufmann

1. Spritzenmeister

Georg Hällmeyer - Spengler

2. Spritzenmeister

Michael Gietl

Rottenführer der Steiger

Georg Mayer

Rottenführer der Retter

Lampersdorfer

Rottenführer der Spritzenleute

Georg Schmaus

 

Vereinsvorstände

Wagner Georg

1921 - 1939

Aukofer Johann

1945 - 1983

Aman Ludwig

1983 - 1990

Reiche Heinz

1990 - 2002

Habereder Johann

2002 - 2015

Fries Raimund

seit 2015

 

Kommandanten

Rieder Jakob

1866 - 1872

Funk Johann Baptist

1872 - 1875

Mathes Johann

1875 - 1887

Brunner Alois

1878 - 1887

Falzboden Johann

1887 - 1888

Amann Rupert sen.

1888 - 1919

Amann Rupert jun.

1919 - 1929

Braun Josef

1929 - 1950

Biller Max

1950 - 1955

Wanninger Josef

1955 - 1961

Braun Josef

1961 - 1983

Sinzenhauser Georg

seit 1983

 

Erst im Jahre 1921 wurden die Ämter des Kommandanten und des Vereinsvorsitzenden getrennt.

 


  

Verwaltungsrat

 

Der Verwaltungsrat der Freiwilligen Feuerwehr Kelheim-Stadt e. V. setzt sich zusammen aus den Vorständen, Kommandanten, Vertretern der Einsatzgruppen so wie der Ordnungs-, Ausbildungs- und Jugendgruppe.

 

 

 

 

 


 

 Ehrenmitglieder

 

Voller Stolz dürfen wir auf unsere treuen und verdienten Feuerwehrkameraden sehen welche wir, auf Grund Ihres herausragenden Engagements für unsere Wehr, verdient zu Ehrenmitgliedern unseres Feuerwehrvereines ernennen durften.

Anzinger Siegfried Zugführer a. D.
Greinwald Eckhard Ehemaliger Stv. Vorsitzender
Brandmeister
Paulus Anton Ehemaliger Kassenwart
Ehemaliger Schriftführer
Rabl Willi Hauptfeuerwehrmann
Reiche Heinz Ehemaliger Vorsitzender
Bürgermeister a. D. - Stadt Kelheim
Schiller Alfons Zugführer a. D., Oberbrandmeister
Schmid Harald Zugführer a. D., Brandmeister